Schwarzweiss-Schreibmaschine

Erzählt uns Eure Geschichten. Geschichten, die Euch berührt, erschreckt, gefreut haben.

Geschichten, die ihr erzählen wollt, weil ihr sie schon immer mal loswerden wolltet oder weil sie anderen helfen könnten.

Geschichten über Euer Outing, über Eure Sexualität, über Euer Leben.

Lange Geschichten oder kurze Geschichten, traurige, ernste oder lustige Geschichten.

Schreibt uns Eure Geschichte an kontakt@queer-pfaffenhofen.de

Wir möchten die Geschichten mit Eurem Vornamen und Eurem Alter veröffentlichen, ansonsten völlig anonym. Wir werden die Geschichten ausschließlich auf unserer Homepage unter dieser Rubrik veröffentlichen. Nirgends sonst und Niemand wird

Euren Namen von uns erfahren.

Traut Euch.

Jürgen (55)

 

Ich bin 55 Jahre….

Mit ca. Mitte 30 hatte ich das erste Mal den Wunsch mich mit einem jüngeren Mann zu treffen. Ich wollte mal mit einem Männerkörper kuscheln…und mit einem anderen Mann intim werden. Ich wollte es so gerne mal ausprobieren. Aber dann kam immer diese Unsicherheit und Angst dazu….ich fragte mich ob es normal sei, wenn ich solche Gedanken habe.

Ich bin ungeoutet…. hoffentlich geht das dann auch gut. Man weiß nie wen man da trifft.

Ich habe mich dann ein paar Mal mit jüngeren Männern getroffen…. immer über Internet oder Telefon kennengelernt. Ich war immer sehr aufgeregt… die Männer waren alle sehr nett, haben sich viel Mühe gegeben, doch es war nicht das richtige dabei, um sich fallen zu lassen……  doch ich sehne mich immer nach einem Freund und oder Kumpel, mit dem ich über meine Wünsche und Neigungen reden kann. Der das alles eventuell schon hinter sich hat. Ich traue mich nicht allein in Gay Kneipen oder Gay Saunen zu gehen.

Leider bin ich viel zu schüchtern….

Meine Gedanken drehen sich um Männer. Aktuell würde ich sagen, fühle ich mich eher zu einem Mann hingezogen. Ein Männerkörper macht mich mehr an.

Aber bin ich deshalb schwul?

Oder bi?

Ist es nicht völlig egal was ich bin?

Darf ich mich nicht ausprobieren?

Ich wünschte mir ich hätte jemand mit dem ich reden kann…der mir hilft meine Ängste und Unsicherheit zu nehmen.

Aber es tut grad gut darüber zu schreiben…viel lieber würde ich mit jemandem darüber reden…. Jürgen

Marco (31)

 

Ich komme aus einer kleinen südbadischen Stadt, die zwischen Basel und Freiburg liegt. In meiner Heimat (wo wirklich jeder jeden kennt) wurde hinter meinem Rücken lange spekuliert und geredet ob ich schwul bin oder nicht. Im Prinzip wusste es jeder das ich Homosexuell bin, es war eben ein offenes Geheimnis. Um Spekulationen und Gerede endlich einem Ende zu machen, beschloss ich mich damals bei meinen Eltern zu outen. Bevor es zum Outing kam hatte ich anfangs Herzrasen, war aufgeregt, dachte ich kollabiere, werde wie ein Kartenhaus zusammenklappen. In der Tasche hatte ich schon einen „Plan B“ falls das Outing eskaliert und in die Hose gehen würde. Doch das Gegenteil: Meine Eltern reagierten ganz cool. Mich aufgrund meiner Homosexualität abzustoßen oder es als Schande anzusehen, war für meine Eltern keine Option. Schließlich war Ihnen die Liebe zu Ihren Kindern und der Zusammenhalt in der Familie viel zu groß. Dies gilt auch für den Rest der Familie. Allgemein ist in meiner Familie das Thema „QUEER“ kein Problem. Meine Familie ist mit der Zeit mitgegangen, sind sehr weltoffen, modern und tolerant.

Auch bei Freunden, Arbeitskollegen und Bekannten wurde meine Homosexualität akzeptiert.

Körperliche Auseinandersetzungen oder das ich verbal angegriffen wurden bin gab es bis jetzt noch nicht. Das ich aber auf Menschen gestoßen bin die mit dem Thema „Homo“ ein Problem haben oder nicht Wissen wie Sie mit dem Thema umgehen sollen hatte ich trotzdem. Jedoch kann ich gut mit solchen Menschen umgehen und akzeptiere deren Ihre Meinung. Es wird immer Menschen geben die „ANTI“ sind! Und so gibt es eben auch Menschen die was gegen die „Bunte Szene“ haben. Ich glaube ich spreche aus der Seele für alle „Schwestern“, wenn ich sage, dass in der eigenen Community sehr oft Intoleranz und oft auch Respektlosigkeit herrscht. Ich glaube auch unsere Community sollte noch lernen sich gegenseitig zu tolerieren, akzeptieren und vor allem sich zu respektieren. Auch die eigene Szene ist sehr oft widersprüchlich. Erst gehen wir gemeinsam auf den CSD (Christopher Street Day) um Anerkennung und Rechte zu gewinnen, im nächsten Moment aber machen wir uns gegenseitig fertig, weil jeder von uns individuell und „anders“ ist. Muss man das verstehen?

Die Szene wirkt für einen Ausendstehenden oft bunt, alles glitzert und alle sind ja sooo cool und offen, hinter der Fassade aber herrscht oft Mistgunst, Neid und Intoleranz.

„ALLES WAS GLÄNZT IST NICHT GLEICH GOLD“

Auch ich musste lernen in der eigenen Szene zurecht zu kommen. Oft musste ich mich durchboxen und mir einen Platz erkämpfen. Heute bin ich mit einem Mann verheiratet. Wir führen eine glückliche und zufriedene Ehe. Wir stehen als homosexuelle Eheleute zu unserer Community und unterstützen diese so gut es geht.

Claudia (56)

 

Rotwein meines Jahrgangs wird heute für den Preis eines Kleinwagens auf den einschlägigen Portalen gehandelt. Ein schwaches, unbedeutendes Jahr in Bordeaux. Ein zu kalter Sommer ließ das Traubengut kaum ausreifen. Es entstanden deshalb säuerliche, dünne, nichtssagende und früh trinkfertige Weine. In der Jugend noch annehmbar, mit dem Alter aber ohne Potential und Finesse.

In Deutschland wurden trotz miserablen Witterungsverhältnissen mit starkem Frost im Winter und Frühjahr schöne Weine bereitet. Diese können mit etwas Glück heute immer charmant sein. Risikoreich aber die Suche kann Spaß machen. Auf hohe Qualitätskategorien der Winzer achten. Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen sowie Eisweine sind teuer aber begehrt. ;-))

Aufgewachsen bin ich wohlbehütet dörflich inmitten von Kornfeldern und Eichenwäldern jenseits des heutigen grünen Bands, das sich längs durch Deutschland zieht. Für mich als Kind, war dennoch die Welt in Ordnung wie sie war, denn das was es gab, reichte mir um größer zu werden und ich war besser in der Schule als mancher andere.

Ich habe studiert und rebelliert und mein Arbeitsleben recht unbedeutend begonnen, jedoch später damit die ganze Welt kennengelernt und einen anderen Blickpunkt auf meine Heimat und mich selbst bekommen. Menschen haben meinen Weg begleitet, manchen danke ich dafür, manchen nicht, und manche werden mich nie verlassen.

Ich habe meine Lebensmittelpunkte quer durch die Welt verlagert von Tokyo über Hongkong bis Houston, war Single in Berlin, verliebt in Hannover, festgebunden in Oberbayern, vereinsamt in Südengland. Nun bin ich zurück in der Hallertau und fühle mich wohl, mit allem was mich umgibt .. Mein Job fordert mich, meine Freunde respektieren mich und meine Wohnung wärmt mich. Meine Erinnerungen formten mich und meine Träume werden meine Zukunft gestalten..

. .mein erstes Frauenzimmer erblickte ich in einer lauen Juninacht in und bei einer Tochter eines Kollegen meines Vaters nach einem eigentlich gar nicht so romantischen Ereignis, das in seiner Art und Weise kaum auf romantische Zweisamkeit und Hautkontakt schließen ließ..

Mein Bruder war nach einer Meniskusoperation erst zwei oder 3 Tage wieder zu Hause aus dem Krankenhaus und verspürte dementsprechend großen Drang das Manko an Nikotin wieder auszugleichen ..naja und da die Päckchen bei uns nicht nachwuchsen (bei mir schon gar nicht ..dort haben sie die Schwindsucht)  ..schwang er sich aufs Motorrad um Nachschub zu holen ,jedoch etwas vergesslich was den Bewegungswinkel seines Beines betraf ..so das der Ausflug auf Rädern schon nach wenigen Metern in einem massiven Crash endete ..das ihm den kompletten Abriss der Oberschenkelmuskulatur und eine saftigste Gehirnerschütterung einbrachte ..ich hab ihn dann wieder nach Hause geschleift und halt alles mir mögliche getan ..um der Sache her zu werden (bin ausgebildet in dem Fach) ..naja .. dass der Zustand aber immer weniger stabil erschien ..kam dann das volle Programm ..Hausarzt ..Rettung etc. ..naja und just in dem Moment als der Pritschenwagen mit großem Getöse und Weihnachtsbaumbeleuchtung vor der Türe stand,  standen auch meine Eltern da … und das erste was mir mein Vater ohne Nachfrage gab, war ne saftige Ohrfeige ……

..was mich nachdem ich der Flut in meinen Bildern wieder Herr, äh Frau war ..dazu bewog ..abzuhauen ..also straight durch den Wald in Richtung nirgendwo …irgendwann ..bin ich dann dort bei Andrea gelandet und hab Ihr in einer Sintflut der Gefühle die Ereignisse erzählt, was diese bewog mich auf Ihrem Zimmer zu verstecken ..ohne Wissen Ihrer Eltern …naja und dass Teeniezimmer in den seltensten Fällen 2 Bettzimmer sind .. und wir wohl beide etwas wärmeempfindlich waren eskalierte es des Nachts auf irgendeine Art und Weise zu einer Art Feuerwerk der Gefühle ..denen wir nur noch staunend hinterher rannten und versuchten das Tempo mithalten zu können ohne das wir eigentlich so richtig wussten wohin die Fahrt ging …ich bin irgendwie dann 2 Tage mehr oder weniger in eine Art Trancezustand verfallen ,während dem außerhalb meiner rosaroten Welt ..schon Hundertschaften nach mir suchten und meine Eltern verzweifelt ..Kilometer auf den Tachometer spulten … ..keiner wusste wo ich war.. ich selbst hatte am wenigsten Ahnung was mit mir war und wer ich war ..aber es war wahr ..und wurde Basis des Weges der Gefühle den ich beschreite …Andrea hat irgendwann mal dann nen Abzweig genommen und ist heute als Ärztin verheiratet und hat zwei zuckersüße Töchter ..naja die wohl nicht so erbaut sind, wenn ich über sie als Teenies jetzt so spreche …

Irgendwann mit 19 oder 20 lernte ich dann Sylvia kennen. irgendwie ganz unspektakulär ..in irgend nem Laden ..glaub das war ne Buchhandlung ..und es startete mit einem absolut belanglosen Gespräch ..was sich endlos fortsetzte sich in ein Kaffee verlagerte und dann abends in einer Bar .ohne jeden Kuss oder ohne jede Zärtlichkeit endete ..jedoch beide dazu brachte ..sich beim Auseinandergehen nochmals umzudrehen ..stehenzubleiben … gedanklich nachzulaufen ……. …um sich wenige Tage danach wieder zutreffen ..das Gespräch aufzunehmen dort wo es im Raum stehenblieb …irgendwann haben sich nicht mehr nur Worte getroffen sondern Hände ..Lippen ..Seelen ..um doch einen längeren Weg zusammen zugehen …dem an Glut, Ereignisreichtum .,Abwechslung, Humor ..Liebe nicht fehlte ..und wenn ich heute zurückdenke ..war es wohl ein Moment ..ein Zeitraum von dem ich in meinem Leben sagen kann das ich DA definitiv glücklich und sorgenfrei war ..wohl so gut ,das es Gott wohl nicht mehr ertragen konnte ..und dieses Leben und Lieben in einer Sekunde mit der Nacht des Todes umhüllte .. es geschah an meinem Geburtstag ..Sylvia war auf dem Weg zu mir ..ich war voller Erwartung ..300m noch …ein Lkw kommt rückwärts aus der Ausfahrt …………….

 

….ich ..ich konnt nicht mehr helfen …nur noch halten ..kein Gesicht mehr, nur Blut ..nur noch Blut ..und Schreie ..zittern …Blut …….Fetzen der Torte auf der Straße ….konnt sie mehr halten …….nicht zurückholen ……

 

von den nächsten Tagen und Wochen fehlt mir jede Erinnerung …mein Lachen ging mit zu Grabe ..meine Seele vergrub sich selbst ..nahezu unfähig mich zu bewegen ..rein körperlich ..geistig stillstehend, hoffend das dies nur der Traum war, und gleich jemand den Lichtschalter anknipst und mich anlächelt …  ich sahs nie wieder das Lächeln ……..und meine Eltern hatten wohl große Anstrengungen zu unternehmen das ich nicht nachfolgte …. meine Studienleistungen brachen komplett ein ..ich war nicht fähig Vorlesungen zu folgen ..Interessen, Hobbies waren ausgelöscht …maschinelle Funktionalität war Das einzigste was blieb von mir .. von Miss Eisfee, wie man mich dann nannte, die keine Gefühlsregungen kannte und kein Lachen, die Kneipen mied und jede doch so nette Einladung mit eisiger Miene hinwegfegte …ich lebte um zu funktionieren und funktionierte um zu leben …….spulte mein Studium dann wie ein Marionette ab ..gefühlsfrei …emotionslos ..naja du weißt schon ,die Gouvernante mit dem zugeknöpften Kragen und den hochgesteckten Haaren ..so ungefähr ..und die Dame machte Karriere ..war gut im Job ,geachtet von den Kollegen ..mit Namen uns Stil und Etikette ..ein Privatleben gabs nicht .. mich gabs nicht… nur Frau Hander… …

Irgendwann ..es war auch um meinen Geburtstag herum … kamen meine Kollegen, die wohl meine Schwäche für Asien erkannt hatten irgendwie auf den Gedanken mich zu einem Japaner in die Münchener Innenstadt abzuschleppen .. wohin ich auch bereitwillig folgte und über diese Idee auch sehr erfreut war ..dementsprechend ausgelassen und redselig und ausgelassen war ich wohl auch an diesem Abend , was mich irgendwann zu der törichten Entscheidung bewog ..mich am Sake trinken zu beteiligen ,was natürlich ,da sich meine Verträglichkeit von Alkoholika in engen Grenzen bewegte …mit der Wirkung nicht lange aus sich warten lies ..und mich so enthemmte ..was mich dann dazu brachte einem Zug um den Block meiner Kollegen mit Beifall zu folgen ..der meiner Kenntnis nach einige Cocktails weiter in einer Homodisco im Stadtteil Schwabing einen weiteren Höhepunkt fand .. den irgendwie inspirierten mich die Table-Dancerinnen ..dann zu Dingen von denen ich vorher nicht zu träumen wagte ..jedoch fern von jeder Rettung begann ich dann auf dem Tisch mich unter dem johlen meine Kollegen mich nach und nach meiner Etikette und weiterer Textilien zu entledigen … und sammelte fleißig Dollars ..irgendwann mitbekommend in diesem nebligen Lichterzucken das ich nicht mehr ganz allein auf dem Tisch stand sondern das sich weiche warme Linien an mich schmiegten und mich wohl noch zu anderen Dingen als nur Lächeln animierten ,was ich aber heute nur noch aus Erzählung so genau weiß ..den irgendwo riss der Film und … das Programm setze seine Sendung nach reichlicher Unterbrechung mit einem Blick an eine unbekannte Zimmerdecke fort …und zeigte mich schockierender Weise umhüllt von schwarzer Satinbettwäsche in einem ausladenden Bett von dessen Adresse ich nicht mal die Postleitzahl kannte … halt Stopp Augen wieder zu …wieder auf … doch die Perspektive zeigte, soweit in dem Moment erfassbar .. das gleiche Panorama … jedoch an weite gewinnend und mir im nächsten Moment einen leichten Aufschrei entlockte, als sich neben mir ein blanker Rücken umwoben von einer Haaresflut die wie Wellen der Donau sich über dem Körper entlanghangelten, regte ..  und mir aus dieser Haaresflut zwei zarte Lippen einen Kuss auf die Wangen drückten .. um so gleich auf meiner Brust niederzusinken und mich Finger zart um meine Hüfte legten  ..Guten Morgen Schatz ! ……………mom ……..die stimme sagte mir ja nun mal gar nichts .. und irgendwie auch wenn ich gerade in der ersten Reihe saß ..so war das wohl das falsche Kino ..wer war die fremde Frau in meinem ..halt wieder falsch ..es war ja gar nicht mein Bett …..irgendwie lief in meinem Kopf das Spiel mit dem Würfel ab, wo man die richtige Farbe auf eine Seite bringen muss ..aber wie ich auch dreht und dachte …ich kam zu keinem Ergebnis .. wurde aber auch unterbrochen … von einem überraschend mobilen Sprung der zarten Hände aus dem Bett ..mit den Worten ..ich bin in der Küche ..mach Frühstück …… wie Gott sie schuf ………äh …ich denk der Teufel hatte wohl die Aktienmehrheit an dem was sich vor mir bewegte .. und mir kam der Gedanke, dass es wohl schon ein recht realer Traum sein musste den ich da gerade träumte …jedoch blieb mir versagt ..irgendwelche Puzzlesteine zu größeren Flecken zusammensetzen zu können  ..es passte hinten und vorne nicht …doch ..mit rückkehrendem Körpergefühl wurde mir auch schlagartig bewusst.. das die Gerechten in der Nacht wohl woanders geschlafen haben .. und mit Blicken der Spur meiner Kleidungstücke durch die Wohnung folgend ,kam mir schnell die Erkenntnis ,das ich mich an einem Tatort befand, an dem ich mich wohl nicht auf ein felsenfestes Alibi stützen konnte …

..jedoch ..bei aller Grübelei ..und Durchspiel aller möglichen und unmöglichen Varianten ..das was Claudia auf die Beine bringt ..ist der Duft von frischem Kaffee .. und wie einer Sucht folgend fand ich mich an einem üppig gedecktem Küchentisch wieder ..mit einem strahlendem Lächeln im gegenüber ,das sich zwischenzeitlich mit einem roten Bademantel umschmückt hatte …und während ich mein Gesicht hinter dem Rand einer Kaffeetasse verbarg ..wartete mein Gehirn schmerzgeplagt mit einer Höchstleistung auf, im dem es sämtliche Namen die flüchtig oder fluchtlos je mein Leben berührt hatten ,durchspielte ohne das mein inneres Display irgend eine Art von MATCH  anzeigte … und nach langem Ringen ,mich zu der Frage bewog, ob sie mir nicht doch Ihren Namen verraten könnte, wenn wir doch nun schon die Nacht verbracht hätten, oder ob meine Frage zu früh sei ..

 

..als Antwort bekam ich das prusten einer halben Kaffeetasse über den Küchentisch und schallendes Gelächter begleitet von der Feststellung ..man dann warst du ja richtig besoffen, der ich definitiv nichts entgegensetzen konnte ..und nur noch faszinierend den Ausführungen hinterherhechelte ..das ich Anne gegenübersaß mit der ich auf einem Tisch mehr als getanzt hatte, und das ich mich derzeit am anderen Ende Münchens in einer Altbauwohnung im 3. Stock befand ..( ich hab mir nie getraut zu fragen wie ich eigentlich dort hingekommen bin )  …irgendwann zwischen Aspirin ,Küssen und Badezimmer ..kamen mir dann meine Kollegen schemenhaft in den Sinn ..mit der erschütternden Erkenntnis , das sich mein Weg ins Büro am kommenden Montag wohl von den bisherigen etwas abheben könnte….

Unserer erinnerungslosen Nacht (mal von meiner Seite betrachtet ) folgte eine nahezu zweijährige Hassliebe, deren Extreme sich entbreitenden von ,das wir und gegenseitig vor Lust die Kleider im Flur vom Leib rissen bis hin zum Bemühen der Staatsgewalten wenn wir uns stritten ..eigentlich flogen ständig die Fetzen auf die eine oder andere Weise …und ich merkte ziemlich schnell … das ich nicht die einzige Droge für Anne war ..ab oft versucht Ihr zu helfen ..ohne eigentlich Zugang zu Ihr zu haben ..sie war ein   Paradiesvogel ..mal schillernd voller Farben ..mal schwarz wie die Nacht …und sie ging wie sie gekommen war unerwartet und mysteriös ..war einfach weg , ich wusste dass der Tag kommen würde ..hätte ihn gern hinausgezögert ..doch aufhalten konnte und wollte ich sie nicht ……

 

Anne lebt heute an der holländisch/belgischen Grenze .. immer noch on drugs, und ich lebe in der Furcht und in der Gewissheit das diese Ihr Ende sein werden ..

 

Wir haben heute kaum noch Kontakt ..beschränkt auf Geburtstagskarten und Wünschen zu Weihnacht ..wie gesagt hab versucht sie zu halten …und gelernt sie loslassen zu müssen …

 

Gut , also damit war Anne Geschichte …wir hätten eh nie so richtig zusammen gekonnt ..Anne war ein Wirbelsturm in den schillerndsten Farben ..Hansdampf in allen Gassen … anregend und anstrengend …..

..danach wand ich mich erstmal mehr der Weltgeschichte zu ..und tauchte mehr oder minder für ein Jahr nach London ab …und lebte ein federleichtes Leben very british ..ich weiß nicht wie viele verschiedene Menschen ich kennengelernt hab …unzählbar ..und die schrägsten Typen …. der Regenbogen hat tausende Farben …doch hab ich standhaft durchgehalten in meinem Bett allein zu erwachen und auch nicht Augenaufschläge in fremden Kissen zu haben … was mir dummerweise damals überhaupt nichts ausgemacht hat, da ich meine Federn meist erst morgens um 4 Uhr sah und beim Erwachen aus Zeitnot eh keine Zeit gehabt hätte mich umzuschauen ..eigentlich war ich dort ständig in Zeitnot ..und immer nur auf der Überholspur …mein Terminkalender barst regelrecht … ein Date jagte das andere ..und ich könnte nen Café und Barführer über London schreiben ..hab aber Buckingham Palace nie von innen gesehen, der aber ohnehin nach meinem Empfinden kaum das wahre England hätte zum mir rüberbringen können…

Ziemlich genau 1 Jahr später, und etwas müde der nächtlichen Ausschweifungen beschloss ich wiederum heimzukehren in den Bann der Frauenkirche jenseits der Weisswurstäquators ...nach München ..und ich genoss das ruhige und beschauliche Flair der Isarmetropole, die nach dem Grundsatz zu Leben schien : Was Du heute kannst besorgen, das kannste auch noch morgen  ..ein Satz mit dem ich mich sofort identifizieren konnte .. und so legte ich erstmal gar keinen so großen Wert auf ein Engagement beruflicherseits ..sondern spendete meine reichliche Zeit der Einrichtung meiner Wohnung mit dem Versuch die Mitbringsel aus aller Herren Länder irgendwie in einer Art Komposition zusammenzufügen. Als diese dann so einigermaßen gelungen zu sein schien …und eigentlich nur noch unwesentliche Dinge mit Abwesenheit in meinen 4 Wänden glänzten ..beschloss ich eben die Nichtnotwendigkeiten mit einem Handstreich eines Einkaufsbummel zu erobern und machte mich auf den Weg in ein großes Einkaufs-und Möbelcenter im Münchener Westen, da ich es leid war meine Zeit in der Innenstadt mit dem endlosen Kreisen nach einer Parkgelegenheit zu verplempern ..

…Kaum angekommen lenkte ich meine Schritte ins Gartencenter …denn etwas Blattwerk hätte meiner Wohnung durchaus etwas mehr Leben eingehaucht  ..und wie Claudia nun mal ist ..hatte ich mir da so ne Art Palme oder ähnlich scheinendes in den Kopf gesetzt .. was ich in dem Dschungel der botanischen Vielfalt dort auch recht schnell fand ..und zwar in solcher quantitativer Menge, das es mir nicht so recht leicht viel meine Favoriten zügig zu benennen können ..also schob ich mehrere Kandidaten an die Seite ..abschätzend ob meine Wohnung überhaupt derer Größe habhaft werden könnte und wiederum das Blattwerk auch meinem kritisch ästhetischen Blick standzuhalten vermochte ..was letztendlich klar einen Spitzenreiter hervorbrachte .. dessen unmittelbare Begleitung ich jedoch im selben Moment verwarf, da ich ja erst am Anfang meines Weges durch den Konsumtempel stand ..mit einem letzten Blick verschob ich dessen Ersteigerung auf das Ende meines Weges ..drehte mich ..und aaaaaaaaaaaahhhhhhh …mein Herz setzte wohl ein paar Schläge aus und ich versuchte irgendwo gedanklich Halt zu finden ..denn ich stieß nahezu mit einer grünen Silhouette zusammen.. die ich, immer noch nach Atem ringend und den Standort meines Herzens nur wage in den Kniekehlen spürend in Bruchteil einer Sekunde unbewusst musterte …und sich, triefend von Wasser bis zu den Knien ..die gelben Gummihandschuhe provozierend in die Hüften stemmend vor mir aufbaute und mich mit den, osteuropäisch akzentuierten Worten „Gefallen dir wohl nicht meine Blumen ??“  wieder ins Leben zurückholte … und mich die Dreistigkeit der Frage noch mit dünner Stimme zu der Bemerkung verleitete, dass ich auch sonst andere Dinge mögen würde, als andere täten … sprachs ..und der Spuk war mit einem spöttischen Lächeln wieder verschwunden so schnell wie er gekommen war …mich zurücklassend mit einem Nachsinnen über Ihre T-Shirt-Aufschrift „Gartenhexe“ und dem Versuch Fassung, Puls und Atmung wieder in Einklang zu bringen …

Über mich selbst, und wohl ein wenig kopfschüttelnd setzte ich den Weg durch das Einkaufsdomizil fort ohne ein rechtes Ziel zu haben ..sondern vertat meine Zeit mit einem Zwischending aus Schlendern, Neugier und der Suche nach Inspirationen ..jedoch ertappte ich mich irgendwann dabei, das diese Art von Gefühl in mir hochkroch, was man hat wenn man sich irgendwie beobachtet fühlt.. und auch wenn ich mehrfach mit einem Blickschweif versuchte mir über die Unsinnigkeit dieser Anwandlung klar zu werden , ließ sich dieser Eindruck nicht abschütteln … und auch mit einer Tasse Cappuccino in einem der kleinen verstreuten Cafés nicht ganz herunterspülen konnte.

 

Gut irgendwann war ich des ziellosen Herumstreunens müde ..und begab mich wieder in den Floristen Tempel und meine auserwählte Grünpflanze nun käuflich zu erwerben …doch kaum die Hallen der Floristik betretend sah ich schon meine Auserwählte wie von Geisterhand bewegt entschweben und auf mich zukommen was ich mit den Gedanken quittierte, dass wohl jemand wieder mal schneller gewesen sei ..just jedoch eher nachdenkend ob ich jetzt rechts oder links dem Blätterwerk ausweichen sollte .. und sogleich zur Besinnung kam als die besagte Gartenhexe den Topf auf meinen Füßen fallen ließ ..und ich schmerzgeplagt zu Kenntnis nehmen musste …“den hattest du doch rausgesucht ..und wenn du paar Minuten wartest ..trag ich dir den auch zum Auto ..hab nämlich Feierabend“ .. brav ..wie programmiert trabte ich zur Kasse, noch nicht so richtig erfassend könnend was da gerade mit mir geschah ..immer wandelnd zwischen Entrüstung ob der Frechheit ..anderseits verfallen der Situationskomik ..die Schmerzen in den Fußspitzen unterdrückend …kaum gezahlt sah ich die Palmen schlafwandlerisch in Richtung meines Autos marschieren ohne das es irgendeines Zutuns meinerseits bedurfte …“sag mal ….ich stockte, während mein Blick über die nun jeansbekleideten Silhouette und das wehende Haar meiner Gegenüber huschte ..machst du das mit jeder ??“ … Nein ..bekam ich mit frechem Grinsen zurück …aber du bist doch auch nicht Jede.“ .Aber ..du ,du, weißt doch gar nichts von mir ….

 

–doch sprach sie, Ihre Haare aus dem Gesicht streichend, du bist Single, du hast viel Zeit ,suchst nach Außergewöhnlichen Dingen, hast einen teuren Geschmack, du rauchst ..richtest gerade Deine Wohnung ein  …und magst Frauen —–

..ich glaubte den Boden unter den Füßen zu verlieren ..ich war ein gläserner Mensch ..beobachtet , entlarvt , entblößt ..ein offenes Buch ..und diese Paprikaschote lächelte mich mit Ihren Augen an , das mir ganz komisch wurde …äh woher weißt Du ? bracht ich grade noch hervor ..

 

..naja ich hab dich beobachtet ..du wart bei den Lebensmitteln und hast für 1 Person eingekauft.. sah in welche Boutiquen du gegangen bist ..hast aber das was andere so kaufen nicht mal beachtet ..hast es aber nicht eilig gehabt …nach nem Aschenbecher gesucht im Kaffee …und die Palme hier ist doch für deine Wohnung hier, oder ??

 

..ich fass es nicht ..was sagt man dazu …doch eh ich recht was erwidern konnte .. sagte Lisa, so hieß die Gartenhexe ..“du ich hab heute noch nix gegessen ..da drüben ist nen Italiener der ist nicht schlecht ..ich lad dich ein ..zeit haste ja, stimmts?“

 

..ich wusste nicht mehr ..es drehte sich mir der Kopf …

 

halt Moment ..du mich einladen ..Mädel weißt du wer ich bin ..ich sollt dich einladen ..aber Du mich ??? ..Ich war total überfahren ..machtlos mich zu wehren …und wehrte mich nicht mehr ..wollte es gar nicht mehr ..die Situation ..die Keckheit hatte mich eingehüllt .. und ich gab mich dem nicht endeten Redeschwall meiner hübschen Gegenüber zwischen Pasta al forno und Chianti hin …mich mehr und mehr ertappend, das ich das als äußerst angenehm empfand ..entspannend, und ich in einen Bann strudelte der zunehmend an Faszination gewann. „Nimmst du mich ein Stück mit ..ich wohn in Deine Richtung … ich hielt an der mir gebotenen Stelle ..und mit einem Streicheln über Handrücken und einem Bis bald ..war der grüne Spuk vorbei …

 

..ich atmete auf ..und versuchte wieder Kontrolle über mich zu gewinnen, die mir wohl in den letzten Stunden vollends abhandengekommen war ..und sah mich selbst kopfschüttelnd ..und in der Gewissheit, das mir diese Geschichte wahrscheinlich niemals jemand abkaufen würde in meinem Auto und schweifte mit meinem Blick über den Sitz auf dem sich gerade noch das quirlige Leben abspielte …und vermisste plötzlich was …

Es kam wie es kommen musste und ich empfand sogar eine Art Erleichterung als sie 2 Tage später mit einem Traum von Blumenstrauß bei mir vor der Tür stand ..und die Frage woher sie meine Adresse hatte ..beantwortete ich mir gleich mal mit meinen Kreditkartendaten selbst …es folgten lange Spaziergänge, lange Abende, Nächte ..ausgiebige Frühstücke ..wir tingelten fast 6 Jahre gemeinsam durch die Welt und durchs Leben und schafften doch irgendwie wir selbst zu bleiben …und ich empfand eine nie gekannte innere Ruhe und Geborgenheit ..es war eine Zeit des Fallenlassen können und aufgefangen werden …

 

Das Ende überfuhr mich genauso wie der Anfang ..ich stand genauso hilflos ..Argumente suchend  ..nach Fassung ringend, überfordert da ..als sie mir bei einer Rückkehr von einer Dienstreise aus Asien erklärte, das sie jetzt einen Freund habe ..und eine Familie mit Ihm gründen wollte…mit Kindern … und ich denselben auch gleich noch in unserer Wohnung präsentiert bekam …………………………….

 

.danach fing eigentlich für mich eine recht schlimme Zeit an, auf die ich heute auch nicht besonders stolz bin. Ich wollte mich auf Biegen und Brechen ablenken und bin wie ein hungriger Wolf des nachts durch die Berliner Szene geschlichen und habe nach „Opfern“ gesucht, habe mich fast nur noch in einschlägigen Foren und Chats herumgetrieben und nächtelang mit virtuellen Wortwechseln und Flirtereien verbracht .. auch im her2her .. aber überall auch, wo sich nur die Chance geboten hat .. naja, und die Strafen folgten auf den Fuß ..

An irgendeinem Abend habe ich im SO35 – einem Kultladen in der Berliner Lesbenszene, Lydia mit abgeschleppt und hatte eine wirklich heiße Nacht mit Ihr, in der ich nicht viel zum Schlafen gekommen bin.. aber es war prickelnd und romantisch. Irgendwann sind wir dann doch eingeschlafen, und während ich noch süßen Träumen folgte, riss mich eine Hand durch Rütteln aus dem Schlaf .. es war Lydia, und ich blinzelte sie im Morgenlicht an, und fragte was los sei … sie müsse weg – zu Schule. „ach Du spinnst doch“ hab ich das quittiert „komm wieder her“ .. „Doch, ich muss wirklich zur Schule !“ ..

 

Ich habe einem Moment gebraucht, bis mein Gehirn richtig gearbeitet hat : „Zur Schule ?“ Welche Schule … — „Sag mal wie alt bist Du?“ „16“

Dies Zahl hat mich schlagartig wach gemacht .. Hellwach – und mir schoss alles durch den Kopf, was juristische und strafrechtliche Relevanzen hatte .. nein – das ging auf keinen Fall – und ich stand für einen Moment unter Schock .. und hab sie glaub ich ziemlich hart und energisch rausgeschmissen .. Mir hat sich der Kopf gedreht – und das erste was ich, noch ziemlich unbekleidet getan hab, war, Google zu durchforsten, ob das für mich irgendwelche Folgen haben würde .. mein Puls war da echt 200 ..

Gut, strafrechtlich war es dann doch nicht relevant – aber dennoch hatte ich eine Barriere im Kopf – nachmittags bei Hausaufgaben zu helfen und morgens Pausenbrote zu schmieren konnte ich mir nicht vorstellen – und eine Begegnung mit Ihren Eltern, wagte ich mir nicht vorzustellen ..

 

Sie hat am Abend wieder vor meiner Tür gesessen und geweint .. ich habe dahinter gesessen und sie nicht rein gelassen .. und auch geweint ..

 

In her2her bin ich dann auf Sandra gestoßen .. ja, aus der Schweiz, aus der Nähe von Zurzach und wir haben erst recht lange geschrieben, anfangs völlig belangloses, später intensiver.. und irgendwann hatte ich das Gefühl, sie besuchen zu müssen.. was ich dann auch getan hab .. ich wusste das Sandra sich von Ihrem Mann getrennt hatte und ich wusste, das Sie eine Tochter hat

 

.. doch, was ich nicht wusste, war das, was ich sah, als ich Ihre Wohnung betrat – sie war ein Messi .. kaum Platz sich irgendwo hinzusetzen – dazwischen ein 6-Jähriges Kind, mit verdreckten Klamotten, sich nur noch von Chips ernährend. In der Küche der Abwasch von Wochen – dazwischen eine Meerschweinzucht. Ich hatte bis dahin immer gedacht, sowas gibt’s nur im Fernsehen,

 

aber da stand ich mittendrin.

 

Nein, ich bin nicht wieder gefahren – auch wenn das das Klügste gewesen wäre.. nein, ich habe mich hingestellt und das ganze Wochenende die Wohnung versucht wieder einigermaßen bewohnbar zu machen .. und war irgendwann am Sonntagabend, dann auch soweit, dass es wieder einigermaßen wohnlich aussah, und das Kind auch wieder vorzeigbar war.. dann bin ich knapp 800 km zurückgefahren .. zwei Wochen später wieder hin, und alles sah wieder genauso aus .. und ich habe das gleiche wieder getan, .. und wieder und wieder und wieder .. doch ich habe gemerkt, je mehr ich da was tue, desto mehr ließ Sandra sich gehen, verbrachte eigentlich den ganzen Tag nur noch am Computer in irgendwelchen blutrünstigen Onlinespielen, der Aschenbecher quoll davor regelrecht über .. das Kind eigentlich nur sich selbst überlassen ..

Ich hab´s irgendwann nicht mehr gepackt, mental nicht mehr gepackt .. und bin nicht mehr hingefahren.. ich hab mich hilflos gefühlt und irgendwie machtlos.. ohnmächtig.

 

Ich weiß auch nicht, was aus Ihnen geworden ist, hab nie wieder was davon gehört – hab lediglich registriert, als ich ca. 2 Jahre später nochmal an dem Haus vorbeigekommen bin, das sie nicht mehr dort wohnt oder haust, wie man das vielleicht treffender hätte beschreiben können ..

 

Durch Sandra und den mehr oder weniger zweifelhaften Umgang den sie hatte, habe ich auch ein paar Einblicke in die Züricher Szene bekommen und habe mich später auch noch öfters mit einem Frauen-Pärchen in Zürich auf freundschaftlicher Basis getroffen und habe sie auch in Zürich und sie mich in Berlin besucht.

In diesem ganzen Chaos bin ich dann auf Carla gestoßen, oder besser gesagt, sie auf mich, denn Sie hat mich angeschrieben, das früher mal xobox hieß und glaube ich heute netlog heißt ..

 

Ich habe nie in solchen Portalen ein Geheimnis um meine Neigungen gemacht .. und sie hat mich direkt darauf angeschrieben .. und mich ganz offen gefragt – zu allen Themen, die Ihr dazu eingefallen sind und ich habe offen geantwortet, ganz offen und ehrlich .. und sie hat mich dann irgendwie bedrängt sie zu besuchen .. und hier wusste ich, dass sie erst 16 war .. und als ich wieder bei dem Pärchen in Zürich war, bin ich halt dann vorbeigefahren .. Ihr Vater Zahnarzt, die Familie italienischer Abstammung .. Carla so jugendlich und ehrlich gesagt wunderschön ..

 

..naja, Du kannst Dir schon denken wies weiter ging .. wir waren abends auf einem Konzert von „Irrlicht“ .. etwas aus der Richtung Dark Gothic .. die Musik melancholisch unheimlich .. aber auch faszinierend .. und das Fräulein war zauberhaft und hat mich dort angemacht, wie ich es niemals vorher irgendwie erlebt hatte.. und ich musste schon während des Konzertes mehrfach tief Luftholen … aber, ich will Dir Details ersparen .. wir haben natürlich die Nacht miteinander verbracht .. und, zugegeben, hier hatte ich nie und habe ich auch jetzt noch kein Reuegefühl .. ich wäre auch einer zweiten Nacht wieder verfallen.

 

Getroffen hab ich Sie danach nie wieder – aber wir haben auch heute noch sporadisch, meist über Facebook Kontakt. Sie ist heute eine erwachsene junge Frau und lebt mit einer fast gleichaltrigen Frau zusammen.

Soweit die Schweiz – zurück nach Deutschland, wo mich ein Angebot der Firma BOSCH bewogen hat nach Goslar zu ziehen, einer wunderbaren mittelalterlichen Stadt. Dort bin ich in ein geschichtsträchtiges Haus, das ursprünglich im 15. Jahrhundert gebaut wurde gezogen. Es ist das Haus, in dem die letzte in Deutschland verbrannte Hexe lebte .. und das trotz dass es 2002 niederbrannte und von Grund auf saniert wurde, immer etwas Geheimnisvolles hatte .. ich habe mich niemals getraut, alles Gänge im Keller, die weit unter die Altstadt gingen auszuforschen ..

 

Glücklicher Weise habe ich im Dachgeschoß gewohnt, auch dort in einer wunderschönen Wohnung über 2 Etagen und eigentlich mit allem Komfort, der wunderbar in die Historie des Hauses integriert war.

 

Du wirst es nicht glauben, aber ich habe mich dort mal wieder auf das Arbeiten konzentriert .. viel und angespannt gearbeitet und eigentlich nur die Wochenenden als Recovery genutzt, bis ich eines Tages in meinem Profil eine Nachricht von Marion erhielt: „Ich bin soeben in Deine Augen gefallen“

Gut meine Antennen in Richtung Frauenbeziehung hatten etwas Staub angesetzt und ich habe das eigentlich recht flapsig und spaßig abgetan .- aber dann wieder Antwort erhalten, und wieder und wieder und wieder .. ja und das hat sich dann innerhalb von Tagen so hochgeschaukelt, das wir 3 Tage später fast 2h telefoniert haben und ich einige meiner Arbeitstage nur damit verbracht habe, um mit Ihr zu chatten. Marion, Stewardess bei der LTU, damals stationiert in Frankfurt und 31 Jahre – so irgendwie ganz anders und lebenslustig, weltoffen, was mich ehrlich gesagt recht schnell in Ihren Bann gezogen hat ..

Das erste Treffen war eigentlich minutiös geplant, ich hatte einen Termin in Saarbrücken extra so gelegt, um mit Ihrem Flugplan übereinzustimmen .. wir haben uns das erste Mal auf einem Parkplatz direkt in die Augen gesehen.. und sie hat mich einfach geküsst – ohne ein Wort zu sagen.. überhaupt, haben wir nicht viel gesprochen auf diesem Parkplatz ..

 

Sie ist dann weiter zu sich gefahren und ich ins Hotel nach Saarbrücken , und ich weiß von der Fahrt nicht wirklich viel .. war wie im Nebel und in Trance, denn neben das sie mir total den Kopf verdreht hatte, dass ich hätte mitten auf der Überholspur tanzen können – hatte sie mir auch relativ unschonend beigebracht, dass sie mit einem Mann verheiratet ist, der daheim wartet –

 

Dennoch war sie am nächsten früh im Hotel – und ich habe deswegen fast meinen nachmittags angesetzten Termin verpasst 

 

Einerseits habe ich mich dabei als eine Art Affäre gesehen, anderseits hatte ich mich in diese Frau Hals über Kopf verliebt, obwohl ich mir nie längere Chancen ausgerechnet hatte, und eigentlich nicht für solche Dreiecksgeschichten geeignet bin. Dennoch es hat sich immer weiter hochgeschaukelt .. sie hat Flüge für Ihren Mann erfunden, und ich habe sie an Wochenenden vom Frankfurter Flughafen abgeholt zu mir nach Goslar .. 2 Tage später zurückgebracht .. und bin Ihr teilweise, sofern sie Zwischenstopps in Deutschland hatte hinterher gereist, hab sie nachts in Hotels getroffen,

 

Hab im Steigenberger Hotel Frankfurt auf sie gewartet und sei es nur für ein paar Stunden. Eine dauerhafte reelle Chance hatte ich mir nicht ausgerechnet – denn ich wusste mittlerweile, dass sie erst 2 Monate! verheiratet war und hegte deshalb immer Zweifel ..

 

Dann ging alles sehr schnell … und ich konnte fast nicht folgen … sie hat am 17.Januar 2007 Ihren Mann Knall auf Fall verlassen und ist bei mir eingezogen, kurz später die Scheidung eingereicht.

 

Was damals begann, bezeichne ich heute noch irgendwie als die glücklichste Zeit in meinem Leben, es hat sich wunderbar angefühlt – ich war echt glücklich und die Beziehung lief so unkompliziert und mit einer nicht gekannten Harmonie, ich hab sie viel begleitet auf Flügen, wir haben zusammen viel unternommen und eng und zärtlich zusammengelebt.

 

Sie hat dann eine Stelle als Chefstewardess in München angeboten bekommen, und ich habe meinen Job bei Bosch dafür gekündigt – so sind wir nach Bayern gezogen .. zusammen – und habe genauso harmonisch weiter in der Nähe vom Münchener Flughafen gewohnt – und in meinem Leben hat die Sonne geschienen.

Die dunklen Wolken kamen 2,5 Jahre darauf, auf die gleiche Art und Weise, wie die Sonne zu mir gekommen war, wieder mit Internet- Treffen und Sex im Hotel – was ich aber alles erst im nach hinein erfahren habe – mich selbst hat das getroffen wie ein Hammerschlag .. es hat mir für Wochen den Boden unter den Füßen weggezogen und ich war echt nicht mehr ich selbst – und habe mich dabei von einer ganz neuen Seite kennengelernt – ich habe weder wütend noch abweisend reagiert – ich habe einfach weiter funktioniert – war lieb und nett, hab weiter Ihre Blusen gebügelt, Essen gekocht ..

 

Ich habe später erfahren, dass sie die Frau auch mit in unserer Wohnung hatte – während dem ich im Krankenhaus wegen eines blöden Sprunggelenkbruches lag .. Eigentlich wäre die Geschichte damit zu Ende gewesen.

 

Im September des Jahrs kam sie von einem 10-Tagesumlauf wie verwandelt zurück – mit Schwüren und Entschuldigungen – und es begann alles von Neuem – ich hatte Ihr verziehen, hab versucht das zu vergessen und hatte nach einer gewissen Zeit des Misstrauens wieder Vertrauen in die ihre Liebe gefasst. Wir sind wieder genauso durchs Leben gegangen wie vorher, für Ihre Eltern war ich die zweite Tochter, wir wurden bewundert für die Harmonie .. alle Zeichen standen auf Grün – und gemeinsame Zukunft ..

 

..eben bis in dieses Jahr hinein – wir haben die Wohnung, gemeinsam ausgesucht und sind gemeinsam eingezogen … alles schön in meiner Welt ..

 

Wir waren dann auf der Hochzeit Ihrer Cousine – schöne Hochzeit und schönes Wochenende, und ich höre noch Ihre Worte auf der Rückfahrt, das sie mich liebt und niemals aber auch gar nicht verlassen würde … 24h später hat sie mir gesagt, dass sie sich von mir trennen will, weil sie mir nicht mehr die Liebe geben könnte, die ich verdienen würde ..

 

Ich hätte nichts falsch gemacht, aber sie bräuchte jetzt Ihre Freiheit und müsste egoistisch denken … Der Abgrund aus heiterem Himmel.

 

Mir fehlen noch heute die Worte und ich habe noch Fragen in mir .. und sie ist mir die Antworten schuldig geblieben. Dies hat mich derart in den Grundfesten meiner Persönlichkeit erschüttert, dass es mich wahrscheinlich dauerhaft verändern wird .. es ist mir klar, Gefühle kann man nicht erzwingen, aber ich stelle mir heute noch die Frage, wo wir falsch abgebogen sind…

 

Heute weiß ich, dass sie wieder Kontakt zu der gleichen Frau wie vor 2,5 Jahren hat .. also stellt sich mir die Frage, was echt war von dem was man mir geschrieben, gesagt oder mich fühlen lassen hat … (Fortsetzung folgt) ..

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