Rassismus und Spielzeug - ist das möglich?

Das Spielzeugmuseum Nürnberg befindet sich im Umbau und Umbruch und hat sich zum Ziel gesetzt, Ausstellungen künftig anti-rassistisch, diversitätssensibel und genderreflexiv zu kuratieren.


Wir von Queer Pfaffenhofen kooperieren mit dem Spielzeugmuseum Nürnberg und begleiten es bei LGBTIQ*-sensiblen Thematiken.


Daher berichten wir gerne auch mal über das Spielzeugmuseum, obwohl es außerhalb des Landkreises Pfaffenhoffen liegt, aber dennoch einen Besuch absolut wert ist.

© Dr. Karin Falkenberg, Leitung Spielzeugmuseum Nürnberg

Aktuell stellt sich das Spielzeugmuseum Nürnberg der Debatte um Rassismus im Spielzeug.


Rassismus ist eine Ideologie, die Menschen aufgrund äußerlicher Merkmale wie Herkunft, Hautfarbe oder Religion beurteilt. Dabei betrachten rassistische Personen Menschen, die ihren eigenen Merkmalen möglichst ähnlich sind, meist als „höherwertig“, während alle anderen als „geringer wertig“ diskriminiert werden. Mit solchen überholten Rassentheorien werden diverse Handlungen gerechtfertigt, die den allgemeinen Menschenrechten widersprechen.



In Pfaffenhofen sind gerade die Wochen gegen Rassismus zu Ende gegangen. Ist der Kampf damit beendet? Nein, dieser Kampf wird wohl nicht so schnell zu Ende sein. Wenn wir uns alle an die eigene Nase fassen, wissen wir genau, was richtig und was falsch ist. Wir müssen jetzt nur lernen umzudenken und danach zu handeln.


Ein gutes Beispiel dafür ist das Spielzeugmuseum in Nürnberg. Rassismus und Spielzeug - kann man das in einem Satz überhaupt nennen? Ja auch hier in der „kleinen Welt“, die Kinder spielerisch auf das Leben vorbereitet, gibt es Rassismus. Ist es die kleine schwarze Puppe, mit der vielleicht der eine oder andere von uns gespielt hat? Nein! - Es gibt auf dieser Welt und im Spielzeugmuseum viele Objekte, die dunkelhäutige Menschen liebevoll und wertschätzend als Spielzeug darstellen. Aber es gibt auch entstellendes, herabwürdigendes und lächerlich machendes Spielzeug. Oft stammt dieses Spielzeug aus der Kolonial- oder NS-Zeit. Und das ist Rassismus.

© Dr. Karin Falkenberg, Leitung Spielzeugmuseum Nürnberg

2018 begann das Umdenken im Museum. Eine Besucherin hat die Museumsleitung darauf Aufmerksam gemacht, dass sich rassistisches Spielzeug in der Ausstellung befindet. Daraufhin wurden die Exponate aus der Dauerausstellung entfernt. 2019 wurde ein neues Gesamtkonzept für das Spielzeugmuseum erarbeitet, zum zukünftigem Weltmuseum. Das komplette Team, das vor und hinter den Kulissen tätig ist, wurde in einem ersten Anti-Rassismus-Workshop geschult und sensibilisiert. Seit Februar 2021 wird das laufende Inventarisierungsprogramm des Spielzeugmuseums mit wissenschaftlicher Methodik auf rassistische Begriffe geprüft und überarbeitet. Das Spielzeugmuseum geht mit seiner Leitung Dr. Karin Falkenberg und ihrem Team einen Schritt in die richtige Richtung und will damit anregen, dass wir alle umdenken!



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