Queer Pfaffenhofen zur Wortmeldung von Rudi Engelhard

Aktualisiert: Okt 8

Queer-Pfaffenhofen Statement zur Wortmeldung von Altlandrat Rudi Engelhard und Autor Roland Scheerer


Altlandrat Rudi Engelhard und Autor Roland Scheerer haben im Pfaffenhofener Kurier vom 19.06.2020 ihre Sichtweisen zum schwelenden Streit, ob man die Partnerschaft mit dem Landkreis Tarnów generell beenden sollte oder nicht, dargestellt.


Queer-Pfaffenhofen nimmt dazu wie folgt Stellung:


Kein normal denkender Mensch wird die Geschichte und das Leid was deutsche Truppen über Tarnów und ganz Europa gebracht haben, vergessen oder relativieren. Die Gräueltaten von damals sind unentschuldbar und beschämend, aber genau deswegen, fast 80 Jahre danach, sollten wir über Menschrechte sprechen, und auch über Menschrechte in Tarnów. Um zu verhindern, dass wieder Menschen ausgegrenzt, angefeindet, diskriminiert und stigmatisiert werden, denn so hat es auch damals begonnen. Auch diese Lehren sollte wir aus der Geschichte ziehen, und den erneuten Anfängen wehren, auf allen Seiten und in allen Ländern. Das ist nichts Schulmeisterhaftes sondern eher unsere historische Verantwortung. Und dazu gehört auch rote Linien zu ziehen, die signalisieren: So nicht und so nicht mit uns ! 

Ein politisches Partnerschaftsverhältnis, und dass ist ja das, was zur Disposition steht, und nicht der Wille und der Weg zur Versöhnung, ist eine Partnerschaft der Regierenden im jeweiligen Landkreis, und jeder der Politiker im Kreisrat, sollte überdenken, ob er sich morgens vor dem Spiegel noch in die Augen schauen kann, wenn er, auch zähneknirschend, Lucarz und seinen PiS Funktionären die Hand schüttelt, angesichts der Polemik gegen LGBT+ Menschen, wie oben beschrieben. 

Dialog, ja unbedingt, gegenseitige Begegnungen, ja unbedingt. Und auch gern sechs Busse aus Tarnów zum nächsten Pfaffenhofener Volksfest, sofern diese Busse mit Tarnówer Bürgern aller Facetten besetzt sind, und nicht nur mit Kreisrat und linientreuem Gefolge. Und natürlich unter der Voraussetzung dass das Volksfest 2020 auch stattfindet, denn ein Warten aufs nächste Jahr, werden wir uns nicht leisten können. 

Ja, und man sollte nicht mit Bier- und Hendlmarken sparen aber auch nachdenken dabei, ob wir damit nicht wieder unsere Lebensweise „aufdrücken“ ??! 

Vielleicht sollte man aber auch über einen ganz anderen Ansatz nachdenken – 6 Busse aus Pfaffenhofen nach Tarnów, und im Gepäck unsere Offenheit und Vielfalt, mit offenen Augen und Ohren für Alle  in Tarnów und raus aus der Pfaffenhofener Komfortzone. Begegnung face-to-face und offene Gespräche und Diskussionen und eventuell auch offene Konfrontation. Geht auch, ganz ohne Bierzelt!  

Am Ende, eine kleiner Korrektur, nicht nur Herr Scheerer hat das Thema ins Bewusstsein gerückt. Wir haben den Dialog mit den LGBT+ Menschen in Tarnów gesucht und begonnen, Politiker einbezogen und den Aktivisten in Tarnów in unseren sozialen Medien eine Stimme gegeben. Wir sind im Gespräch. 

Und wir freuen uns, dass daraus eine breite, mitunter kontroverse Diskussion entstanden ist, die hoffentlich in einen ehrlichen und offenen Umgang mit unserem Partnerschaftsverständnis mündet. Am Ende wird an Taten gemessen, nicht an Worten. Tarnów hätte es verdient. Die Menschen, auch die LGBTs hätten es verdient.   


Hier der vollständige Artikel des Pfaffenhofener Kurier

0 Ansichten
Wenn Du immer auf dem Laufenden bleiben möchtest, dann unterzeichne hier für unseren Newsletter: