QUEER-HISTORY

Als Homosexualität in Deutschland noch verboten war


Heute vor 49 Jahren gingen rund 200 Homosexuelle in Münster erstmals auf die Straße, um für ihre Rechte zu demonstrieren. Bis 1994 dauert es, bis Homosexualität nicht mehr strafbar war. Bis dahin wurden ca. 64.000 Menschen verurteilt.


Ein Relikt aus dem Kaiserreich: (Auszug aus dem Reichsstrafgesetzbuch von 1872)

§175 „Widernatürliche Unzucht, welche zwischen Personen männlichen Geschlechts oder von Menschen mit Tieren begangen wird, ist mit Gefängnis zu bestrafen; auch kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden.“


Homosexuelle Handlungen zwischen Frauen wurde auch gesellschaftlich geächtet, aber nur in Ausnahmefälle strafrechtlich verfolgt.


Die Nationalsozialisten verschärften dieses Gesetz noch mit einem Zusatz:

„…. ist mit bis zu 10 Jahren Gefängnis oder KZ zu bestrafen.“

Allein ein Verdacht oder die Denunziation reichten dazu aus, um Menschen zu verurteilen.


In der ehemaligen DDR wurde dieser Paragraf faktisch nicht angewendet, er wurde 1968 durch einen anderen ersetzt. Von da an waren gleichgeschlechtliche Handlungen zwischen Erwachsenen nicht mehr strafbar. Zwischen Erwachsenen und Jugendlichen allerdings schon. Trotzdem blieb die Akzeptanz gegenüber Homosexuellen im Arbeiter- und Bauernstaat gering, Homophobie gehörte zum Alltag. In der BRD standen sexuelle Handlungen unter Männern bis 1969 unter Strafe. Danach war es noch eine Straftat, wenn die Männer jünger als 21 Jahre waren. Ein Update erfolgte 1973, dann hieß es nur noch jünger als 18 Jahre.


Erst 1994 strich die Bundesrepublik Deutschland den Paragrafen 175 final aus dem Gesetzbuch. 23 Jahre später rehabilitiert der Bundestag die Betroffenen. Viele von ihnen kämpfen bis heute um eine Entschädigung. Doch diskriminiert werden LGBTIQ* bis heute in allen Schichten der Gesellschaft.



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