Queer-Pfaffenhofen nimmt Stellung

Aktualisiert: Okt 8


zur Antwort von Roman Lucarz, Landrat der Kreises Tarnow, auf das Schreiben des Pfaffenhofener Landrats Albert Gürtner


Nach Berichten des Pfaffenhofener Kurier vom 04.07.2020 ist offensichtlich ein Antwortschreiben der Tarnower Landrats Lucarz auf die Anfrage des Landrat Gürtner zur Situation der „LGBT-freien Zonen“ im Landkreis Tarnow eingegangen. Wir nehmen hiermit wie folgt Stellung:

Vor was genau will Lucarz denn die Familien schützen? Er bleibt denkbar ungenau und populistisch in seinen Aussagen und wirft mit Begriffen, wie „Homosexuelle Propaganda“ und „LGBT-Ideologie“ um sich. Ja, wovor genau will er den die Familien schützen? Vor der lesbischen Tochter, dem schwulen Sohn, dem transsexuellen Kind? Was ist daran gefährlich für die Familie?  Gefährlich ist es nur für die betroffenen Kinder, die sich ihre Sexualität nicht ausgesucht haben und in einer Familie leben müssen, die sie nicht akzeptiert. Die Ihnen vorwirft, sie zerstören die Familie und sie oftmals sogar aus der Familie verbannt. Wer hier zerstört und wer zerstört wird ist offensichtlich.

In Lucarzs Augen ist es „LGBT-Ideologie“, wenn „Homosexualität zur Schau gestellt wird“. Was kann er wohl damit meinen? Er bleibt unkonkret und populistisch, erneut.

Wer nicht homosexuell ist, kann sich wohl auch schwer vorstellen, was solche Aussagen für uns bedeuten. Schon oft gehört, aber dadurch wird es nicht wahrer. Seid ruhig homosexuell, aber zeigt es nicht….unglaublich.

Was für Lucarz ein „zur Schau stellen“ ist, ist für uns das ganz normale Leben. Mit dem gleichgeschlechtlichen Partner händchenhaltend durch die Stadt laufen, sich verliebt in die Augen zu schauen, sich mal ein Küsschen geben, in der Mittagspause auf der Arbeit von seinem Wochenende reden und und und. Für Heterosexuelle ganz normal, für Homosexuelle vielerorts und eben auch in Polen, nahezu unvorstellbar.

„Die katholische Kirche lehre, Homosexuelle „mit Respekt, Mitgefühl und Sanftmut“ zu behandeln“. In vielen Aussagen der letzten Monate verteidigt Lucarz sein Handeln mit seinem Glauben an die katholische Kirche. Nun das Bild der katholischen Kirche von der heilen Familie hängt heutzutage zu Recht schief. Tausende Missbrauchsfälle sprechen eine traurige Wahrheit. „Fragen der Weltanschauung seien „eine private Domäne von Einzelpersonen, Staaten und Nationen“. Letztendlich redet sich Lucarz schön, dass er hier auch gegen die polnische Verfassung verstößt. „Niemand darf aus welchem Grund auch immer im politischen, gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Leben diskriminiert werden.“ (Absatz 2, Artikel 32). Und nein, Homosexualität ist keine Frage der Weltanschauung. Und die EU zeigt in ihrer CHARTA DER GRUNDRECHTE DER EUROPÄISCHEN UNION eine klare Haltung (Artikel 21): „Diskriminierungen, insbesondere wegen des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der ethnischen oder sozialen Herkunft, der genetischen Merkmale, der Sprache, der Religion oder der Weltanschauung, der politischen oder sonstigen Anschauung, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung, sind verboten.


Polnische Familien schützen



Tarnówer Landrat Roman Lucarz verteidigt in Brief an Albert Gürtner umstrittene Resolution und appelliert, die Partnerschaft fortzusetzen


Pfaffenhofen/Tarnów - Der Tarnówer Landrat Roman Lucarz von der nationalkonservativen Kaczynski-Partei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) hat sich mit einem Appell für die Fortsetzung der Partnerschaft zwischen den Landkreisen Pfaffenhofen und Tarnów an den Pfaffenhofener Landrat Albert Gürtner (FW) gewandt.



Foto: PK/Archiv

Hier der vollständige Artikel des Pfaffenhofener Kurier



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