International Lesbian Day

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International Lesbian Day am 08.Oktober

Wahrscheinlich gibt es diesen Thementag seit über 30 Jahren, nämlich seit 1980. Vermutlich hat er seinen Ursprung in Neuseeland und ist ein Ableger des internationalen Frauentages am 08.März.

Unter dem Hashtag „#internationallesbianday“ machen LGBTQIA*- und CSD-Organisationen, queere Medien und Privatmenschen heute auch über Social Media auf diesen Tag aufmerksam.

Die Sichtbarkeit von lesbischen Frauen und die lesbische Kultur sind in den letzten Jahren immer mehr gesunken. Umso wichtiger ist es, immer wieder auf uns aufmerksam zu machen. Je sichtbarer wir sind, desto höher ist die Möglichkeit der Akzeptanz, und davon wünschen wir uns mehr.

Lesbische Frauen sind zuallererst einmal FRAUEN. Wir sind Frauen, die in erster Linie mit den gleichen Themen beschäftigt sind wie Hetero-Frauen. Der einzige Unterschied ist, dass wir Frauen lieben. Und die Liebe ist das, was zählt. Liebe ist das Gegenteil von Hass. Liebe bedeutet Vertrauen. Liebe heißt auch in Frieden zu leben. Und das ist unser tiefster Wunsch.

Gleichzeitig sind wir auch dankbar, dass die Menschen uns mit Toleranz begegnen, wir gleichberechtig behandelt werden. Einige von uns dürfen die Erfahrung machen, dass es für andere überhaupt keinen Unterschied macht, dass sie lesbisch leben, sie werden als „Mensch“ gesehen oder als die liebenswerte Person, die sie sind. Sie werden in der Arbeit geschätzt für ihre Persönlichkeit und ihre Leistung. Leider gibt es andererseits immer noch viele Anfeindungen und Verurteilungen, vielleicht auch aus Unwissenheit und Angst. Sichtbarkeit schafft Sicherheit.

Wir werden weiterhin friedlich für unsere Sichtbarkeit und Toleranz eintreten. „We have a dream!“, so wie damals Martin Luther King, der sich für Gleichberechtigung einsetzte, ohne jemals Gewalt einzusetzen und ohne erhobenen Zeigefinger.

Und vielleicht können wir lesbischen Frauen auch damit erreichen, dass der „Christopher Street Day“ nicht mehr nur als „Schwulen-Parade“ bezeichnet wird. Das wäre ja schade für diesen „bunten“ Tag, der so viel mehr als das ist.

Ein Beitrag von Bettina Fritz und Petra Kappelmeier

Empfinden als Teil in der LGBTQI+ Community

Die 17-jährige Dana aus Ingolstadt berichtet, wie sie das lesbische Leben erlebt. Aufgrund der Minderjährigkeit von Dana verzichten wir auf die komplette Namensnennung und Fotos von ihr.

Ich nehme mich als was ,,anderes‘‘ wahr, sobald ich in der Öffentlichkeit mit meiner Freundin bin oder sie in öffentlichen Gruppen zum Thema wird. Z.B. kann ich nicht gut über meine Beziehung mit anderen Leuten reden, weil mein Umfeld sich dabei häufig recht unwohl fühlt bzw. nicht weiß, wie es darauf reagieren soll, wenn ich über schöne Momente oder unser Sexleben rede. Also ich hab’s natürlich schon ein paar Mal gemacht, aber dann sieht man eben dieses Fragezeichen auf der Stirn. Und wie genau habt ihr jetzt Sex?‘‘ oder ,,Was darf bzw. kann ich dazu sagen?‘‘ Das macht Unterhaltungen manchmal schon fett schwierig, obwohl man eigentlich denken könnte, dass unsere Generation offener und liberaler ist, fehlt es vielen einfach krass an dem Kontakt mit unserer Community. Oder der Kontakt wird mit Stigmata und Rollenbilder in Verbindung gebracht.

Der Sohn eines Freundes meiner Familie hat mich zum Beispiel einmal gefragt wer bei uns der Mann in der Beziehung ist und er meinte das natürlich nicht böse, aber es hat ihn einfach interessiert, da er nicht davon ausgehen kann, dass wir auch ohne eine männliche Komponente eine Beziehung führen können oder zum Beispiel werden in den sozialen Medien häufig dieses eine Bild von einem lesbischen Paar wiedergegeben (masc-femme), also maskuline Frau und feminine Frau. Das gibt es natürlich auch, aber das Bild von 2 maskulineren Frauen oder 2 feminineren Frauen finde ich kaum, wenn ich mich informieren will. Das sind halt so Kleinigkeiten die mein Leben als lesbische 17-Jährige schwierig machen. Ich brauch eigentlich Gespräche mit Gleichaltrigen zum Austausch über sexuelle Erfahrungen, aber das wird mir genommen und das macht vieles schwieriger. Dazu kommt, dass ich oftmals von meiner Familie nicht ernst genommen werde als Lesbe, weil ich ja nicht mit 5 Jahren wusste, dass ich auf Frauen stehe und deswegen ja auch keine echte Lesbe sein kann. Ich hab mich früher ausprobiert (was legitim ist, wenn man in der Pubertät ist) und auch schon heterosexuelle, kurze Beziehungen geführt, die aber recht unbedeutsam waren für mich und meine Entwicklung, aber dadurch dass ich mit 12 eine Beziehung über WhatsApp und Nachrichten schicken geführt habe, bin ich ja nur in einer Phase und muss ich mich doch früher oder später von meiner Partnerin trennen. So sah das auch eine Verwandte, die mir als kleines Geschenk einen Dildo gegeben hat, damit meine Freundin und ich lernen einen Penis zu berühren und unseren späteren Mann zu befriedigen. Stichwort Männer und Lesben: Häufig geilen sich Typen jeglicher Altersgruppen an uns auf, auch wenn wir nur Händchenhalten, wird das schon sexualisiert und wir werden zu realen Phantasien von Pornhub und co. 

Merkt man halt auch, wenn man mal als lesbischer Teenager null Informationen zu Sex findet (Verhütung, Positionen etc.), verzweifelt ist und dann letztendlich seine Hoffnungen in Pornos steckt, die dann aber nicht für das lesbische Milieu gedacht sind und schon 3 mal nicht lesbischen Sex repräsentieren. Bis man dann als Paar selber sich ausprobiert hat und rausfindet, was man so machen kann, vergeht schon ein jugendliches Weilchen. Auf YouTube haben Doktor Sommer und andere Kanäle 10 Videos darüber, wie wichtig Kondome sind (was sie sind) aber keins wo erklärt wird wie man ein Lecktuch benutzt oder sicheren, lesbischen Sex hat. Wenn ich jünger wäre und mich gerne darüber informieren würde, finde ich absolut keine Hilfe von Umfeld und sozialen Medien, um mich in meiner lesbischen Identität zu entfalten. Das macht mich persönlich traurig, dass Personen der LGBTQI-Community immer noch nicht die gleichen Möglichkeiten haben wie Heteros, um sich zu entwickeln. Ich spreche da von jüngeren als auch von älteren Mitgliedern.

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