Geschlecht & Orientierung

Was bedeutet eigentlich ...

LGBTQIA*

Ein Sammelbegriff, der alle sexuellen und geschlechtlichen Orientierungen außerhalb der Heterosexualität einschließt.

L   lesbian, lesbisch
G   gay, schwul
B   bisexuell
T   trans*
Q   queer
I   intersexuell, intergeschlechtlich
A asexuell

* zusätzliche Spektren von Geschlecht und Sexualität

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queer​

In der Vergangenheit überall auf der Welt eher als Schimpfwort für Homosexuelle verwendet, kann ich mich heute stolz als „queer“ bezeichnen, wenn ich nicht dem heteronormativen Bild entspreche. Ich verwende es als Sammelbegriff für alle Personen, die nicht der heterosexuellen Geschlechternorm entsprechen.

 

Gender

Bezeichnet mein soziales Geschlecht, im Hinblick auf meine Selbstwahrnehmung, mein Selbstwertgefühl oder mein Rollenverhalten.

Während im Deutschen „Geschlecht“ ein sehr umfassender Begriff ist und sich u. a. auf das biologische, das gesellschaftliche oder gar das Adelsgeschlecht beziehen kann, benennt das englische „gender“ präzise die gesellschaftliche, also die soziale Dimension von Geschlecht. Gemeint sind damit die kulturspezifisch wie historisch variablen Rollen, Erwartungen, Werte und Ordnungen, die an das jeweilige bei der Geburt zugewiesene Geschlecht geknüpft sind. Wie sich diese soziale Dimension gestaltet, ist abhängig von der jeweiligen Kultur (wie Geschlecht mit Leben gefüllt wird, wie viele Geschlechter es gibt) und der historischen Entwicklung (z.B. Männlichkeit heute im Vergleich zum Mittelalter).

Sexuelle Orientierung

Jeder Mensch hat eine sexuelle Orientierung. Der Begriff beschreibt, zu welchem Geschlecht sich jemand mit seinem sexuellen, romantischen und erotischen Fühlen und Begehren hingezogen fühlt.

aromantisch

Bezeichnet eine Person, die keine romantische Anziehung verspürt bzw. kein Interesse an romantischen Beziehungen hat. Eine aromantische Person ist nicht zwangsläufig auch asexuell.

asexuell

Asexuelle Menschen haben wenig oder gar kein Bedürfniss nach sexuellen Aktivitäten. Dies bedeutet allerdings nicht automatisch, dass sie keine Beziehungen, menschliche Nähe oder Zärtlichkeit suchen und ausleben.

bisexuell

Bisexuelle Menschen fühlen sich zu zwei oder mehr verschiedenen Geschlechtern hingezogen. Liebe, Romantik, erotisches und sexuelles Begehren beziehen sich auf Personen des eigenen und anderen Geschlechts.

demisexuell

Demisexuelle Menschen fühlen sich nur zu einer anderen Person sexuell hingezogen, wenn sie eine emotionale Bindung zu dieser Person aufgebaut haben. Eine emotionale Bindung führt dabei nicht immer zu sexueller Anziehung. Sie ist jedoch die Voraussetzung dafür, dass überhaupt eine sexuelle Anziehung entsteht.

heterosexuell

Liebe, Romantik, erotisches und sexuelles Begehren beziehen sich auf Personen eines anderen Geschlechts.

lesbisch

Als lesbisch bezeichnen sich viele queere Frauen und nicht binäre Personen, die sich romantisch und/oder sexuell von Frauen bzw. Weiblichkeit angezogen fühlen.

pansexuell

Pansexuelle Menschen fühlen unabhängig vom Geschlecht der anderen Person Anziehung.

polysexuell

Liebe, Romantik, erotisches und sexuelles Begehren beziehen sich auf Personen mehrerer aber nicht aller Geschlechter.

schwul

Liebe, Romantik, erotisches und sexuelles Begehren von Männern beziehen sich auf Männer oder auf sich mit Männlichkeit identifizierende nicht binäre Personen.

Geschlecht und Geschlechterrollen

Im Englischen wird differenziert zwischen „gender“ und „sex“. „Gender“ ist das soziokulturelle Geschlecht, „sex“ das biologische. Damit wird deutlich, dass es darum geht, wie Geschlechterrollen gelebt werden und dass diese veränderbar sind. Beeinflusst werden sie von einer Vielzahl von Zuschreibungen, Verhaltensweisen und Erwartungen, die eine Gesellschaft als männlich oder weiblich bewertet.

Die Menschen, die sich mit dem Geschlecht identifizieren, dass ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde, bezeichnet man als cis bzw. cisgender.

agender

Agender zu sein bedeutet, sich keinem Geschlecht zugehörig zu fühlen. Ein weiteres Wort dafür ist geschlechtslos/genderless.

genderqueer

Überbegriff für alle Personen, deren Geschlechtsidentität ausserhalb der binären Norm liegt.

genderfluid

Lässt sich ein Mensch anhand der körperlichen Merkmale (z.b: Genitlien oder Chromosomen), nicht eindeutig der medizinischen-gesellschaftlichen Norm „männlich“ oder „weiblich“ zuordnen, wird von Intergeschlechtlichkeit oder Inter* gesprochen. Häufig werden inter* Personen geschlechtsangleichenden OPs unterzogen welche mit erheblichen gesundheitlichen und psychischen Problemen einhergehen.

inter*

Lässt sich ein Mensch anhand der körperlichen Merkmale (insbesondere der Genitalien), der Chromosomen oder der Hormonproduktion nicht eindeutig der medizinischen-gesellschaftlichen Norm „männlich“ oder „weiblich“ zuordnen, sind die körperlichen Merkmale also (aus mehrheitsgesellschaftlicher Sicht) mehr- oder uneindeutig, wird von Intergeschlechtlichkeit oder Inter* gesprochen.

nonbinär

Menschen, die sich dem binären Geschlechtersystem nicht zugehörig fühlen, sondern ihr Geschlecht außerhalb dieses Systems wissen oder auch mehreren Geschlechtern gleichzeitig angehören, werden als Nicht-Binäre bzw. non-binary people (Enbys) bezeichnet. Sie sind nicht (ausschließlich) männlich und auch nicht (ausschließlich) weiblich.

trans*

bezeichnet Personen, die sich nicht – oder nicht nur – mit dem Geschlecht identifizieren, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Transgender wird inzwischen auch teilweise als Oberbegriff verstanden, der zum Beispiel auch Menschen einschließt, die sich weder mit dem Geschlecht Mann noch mit dem Geschlecht Frau identifizieren.